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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lackierung und Vorbereitung



depeche
09.03.2010, 01:15
Als erstes eine kurze Vorstellung meinerseits.
Ich habe bis vor 10 Jahren Slotracing betrieben in erster Linie Holzbahn - Eurosport/Flexi/Wingcars.
Nach so einer langen Pause hat mich das Fieber wieder gepackt und starte nun neu durch.
:startfahne:
Fahre im Moment nur im Heimbereich 1:24 Slot Cars- Sreckenlänge 56 Meter die ich hin und wieder ändere.
Möchte nun mal meine Vorgehensweise in Sachen lackieren beschreiben.

Als erstes nehme ich die Karosse und lege sie auf eine Glasfläche um zu sehen ob der Boddy auch flach an allen Seiten plan aufliegt. Ist das nicht der Fall so wird mit Schleifpapier dementsprechend ausgerichtet.
Schleife und entgrate nun den Boddy mit 1000 er Pads NASS unter warmen Wasser an bis eine leicht matte Oberfläche entsteht.
Das ganze steiger ich nun bis zur Körnung 4000 um im vorraus eine absolut glatte Oberfläche zu bekommen , bevor ich mit der Grundierung starte.
Als Grundierung verwende ich Kunststoffprimer vom Lackierer , den ich in 3 Schritten auftrage.
1: Kurz nebeln 2: das ganze nach etwa 5 Minuten wiederholen 3: Leicht "fetter Auftrag" um ein geschlossenes "System" zu bekommen.
Ich lass das ganze nun 24 Std trocknen (hab ja zeit ) und schleife erneut mit 4000 er Pads NASS , bis absolut keine Partikel mehr sichtbar/fühlbar sind. Kontrolle unter Licht ist dabei sehr empfehlendswert!
Wichtig ist für mich auch das Schleifen/Grundieren der Unterseite - Schweller-Radkästen etc.damit dort nicht eine Bruchkante entsteht.
Nachdem das alles erledigt ist reinige ich den Boddy (Vorher abwaschenund trocknen)mit Staubbindetücher(Antistatisch) .
Der Lackierort sollte natürlich absolut sauber sein ( Nicht vorher noch Carbonspoiler schleifen);)
Wenn alles sauber und die Umgebungsluft sich beruhigt hat blass ich nochmal kurz aber soft! über den Boddy um eventuelle Schtaubkörner zu entfernen.
Zum Lackieren benutze ich Sikkens Autowave der in 30- 40 cm entfernung in ebenfalls 3 Schritten aufgetragen wird.
Verwende dabei eine Sata mit 0,8 er Düse die nicht zuviel Lack ausnebelt.
Beim Lackieren "hauch" ich wieder die erste Schicht nur leicht drüber , um ein Standbein für die Hauptschicht zu bekommen.
Nicht zu "Fett" auftragen da sonst nur eine spiegelnde Lackschicht entsteht die kurz danach den Bach ( Boddy) runterläuft.
Nach einer Trocknungszeit von etwa 20 Minuten kommt der letzte gang drauf - nass in nass gelackt!
Die selbe Vorgehensweise kommt bei mir mit dem 2-K Klarlack zur Anwendung.


So das wars schon;)

Urumbel
09.03.2010, 17:56
Hallo Depeche!

Das nenne ich mal eine sehr ausführliche und verständliche Anleitung für das Lackieren. Klasse! :hut_ab:
Da kann sogar ich noch was lernen...:rolleyes:

Die Community wartet sicherlich mit Spannung auf weitere Tipps von dir.

Gruß Stefan

Nitrocube
09.03.2010, 20:22
@ depeche

Dem kann ich mir nur anschließen. Ein schöner Einstieg in die Community. Sehr anschaulich erklärt und verdeutlicht noch einmal, welcher Aufwand hinter einer guten Lackierung steckt.


... Die Community wartet sicherlich mit Spannung auf weitere Tipps von dir.

... und nicht nur darauf. Ich hoffe, dass wir hier demnächst auch mal ein paar deiner Slotcars hier im Forum bewundern dürfen.

Gruß, Nitrocube.

TAA
13.05.2011, 10:59
Hallo Depache,

Dein Beitrag ist zwar schon a bissle her, aber denke da kann man trotzdem noch anknüfpen :-)

witzig - auch ich lege zuerst die Karos auf eine Ebene Glasfläche :-) Da sieht man am besten, ob die Karo einen Verzug aufweist - cool. Dann überschleife ich ebenfalls die Karo komplett. Allerdings noch nicht so fein. Nach abwaschen mit Schwamm und Spüli sollte die Karo richtig matt sein. Dann trage ich auch schon Grundierung auf und schleife diese nass ganz fein. Diesen Vorgang wiederhole ich so oft, bis die Oberfläche der Karo mir dann zusagt. Das gilt für Karos aus Hartplastik.

Seit ich im Besitz einer Airbrush bin (macht unendlich Spass) liegen die Tamiya Spraydosen in der Ecke. Wobei ich sagen muss, dass diese Spraydosen wirklich nicht schlecht sind. Ich habe über Jahre nur so meine Karos lackiert. Das geht wirklich gut. Ich habe sie immer leicht im Kochtopf erwärmt (Vorsichtig! ca. 40 Grad) und dann schütteln bis der Arm abfällt. Die Ergenisse sind dann wirklich gut und brauchen einen Vergleich nicht zu scheuen.

Der Lackauftrag mit der Airbrush ist halt viel, viel feiner. Auch Farbvarianten und Effekte reizen mich. Das macht einfach Spass - und alles ohne Geruchsbelästigung.

Das größte Problem ist immer der Staub. Das schaff ich auch nie ganz ohne. Ich habe mir eine Lackierbox mit Saugvorrichtung gebaut. Das hilft schon sehr viel. Die Planungen für eine neue Box stehen soweit. Sie wird auch eine Heizung beinhalten, damit in Zukunft auch die Temperatur beim Lacken stimmt.

Gute Anleitung hast du da geschrieben.

renner
13.05.2011, 20:58
Moin.

ICh hoffe mit der Anleitung klappt es bei mir auch besser.

Urumbel
14.05.2011, 11:59
Bezüglich Staub, lackiere ich nur, wenn es regnet. Dann ist die Luft viel reiner und ich kann in meiner Werkstatt ohne Bedenken tun und lassen, was ich will. Seitdem ich darauf achte, kann man sich meine Modelle auch mal im Sonnenlicht angucken...:o
Dazu stelle ich die Heizung auf Volllast und drehe das lackierte Modell von allen Seiten um den Heizkörper, damit der Lack schnell trocknet. So habe ich bis jetzt meine besten Resultate erhalten.

Gruß Stefan